Stimmungsvoller Abend in der Klosterkirche

In der weihnachtlich geschmückten Kirche des Issel-Dorfes fand das musikalische Abendgebet großen Anklang.

 

Hamminkeln. Nach den gerade erst überstandenen Weihnachtstagen und dem damit oftmals verbundenen Stress wieder zur Ruhe zu kommen und das neue Jahr stimmungsvoll zu beginnen, das war das Anliegen des „Evensong“, dem musikalischen Abendgebet in der Klosterkirche Marienthal. Dabei handelt es sich um eine musikalisch besonders ausgeschmückte Form der Vesper. Bereits zum dritten Mal wurde diese spezielle Art der abendlichen Andacht, die ihren Ursprung in der Tradition der anglikanischen Kirche hat, im schön geschmückten Gotteshaus vom Kirchenchor St. Mariä Himmelfahrt vorgetragen. Organisator und „Macher“ war erneut der junge Chorleiter Dominik Giesen.

Der 21-jährige Musiker, der in Köln Kirchenmusik studiert, hatte seine ersten Berührungen mit dem „Evensong“ in Cambridge, welches er am Rande eines Aufenthaltes in Wesels Partnerstadt Felixstowe besuchte. Erstaunlich, was der überaus talentierte Chorleiter in der knapp dreijährigen Tätigkeit in Marienthal bei seinem Kirchenchor für eine musikalische Weiterentwicklung bewirkt hat. Überaus klangvoll und mild wirkten die Stimmen der gesungenen Psalmen, Verse und Lieder. Überzeugen konnte dabei gleich zu Beginn bei „Once in royal David’s City“ von H.J. Gauntlett Johanna Furthmann, die mit einer wunderbaren Solo-Einlage begeisterte.

Dass der „Choral Evensong“ seine Heimat auf der Insel hat, wurde auch beim folgenden Stück „O Lord, open thou our Lips“ (W. Byrd) mehr als deutlich. Sehr stimmungsvoll erklangen auch die anschließenden Psalmgesänge, die sowohl vom Chor alleine als auch beim „Psalm 57“ von allen gemeinsam gesungen wurden. Nach Lesung, Fürbitten und dem „Vater Unser“ ertönte „O Bethlehem, du kleine Stadt“, eine Übersetzung aus dem Englischen, geschrieben von R. Vaughan Williams.
Mit dem gemeinsam gesungenen Schlusslied „Nun freut euch, ihr Christen“ sowie dem Auszug zu den Klängen von „In the bleak Midwinter“ (G. Holst) ging eine sehr gelungene Veranstaltung zu Ende. Es war ein musikalischer Hochgenuss für alle Besucher in der fast vollständig gefüllten Klosterkirche und so herrschte allgemeine Freude darüber vor, dass diese Art von traditioneller Vesper mittlerweile einen festen Platz hier gefunden hat. (mst) [05.01.2016, NRZ/RP]

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175 Jahre in Marienthal auf dem guten Weg geblieben

St. Mariä Himmelfahrt in Marienthal feierte - festlich und fröhlich. Die Beteiligung war groß, Pfadfinder schwelgten in Erinnerungen.

Der Kirchenchor sang, begleitet von der Trompete, „Ave Maria“. Die Stimmung war festlich: Die Gemeinde St. Mariä Himmelfahrt feierte ihr 175-jähriges Bestehen. Wilfried Theising, Weihbischof des Bistums Münster, hielt die Messe. Sein Motiv: „Auf dem Weg bleiben.“ Die Gemeinde habe 175 Jahre lang den Kurs gut gehalten. „Ich wollte das Engagement der Menschen anerkennen und sie auf ihrem Weg bestärken“, sagte er. Vor und nach dem Pontifikalamt gab es ein abwechslungsreiches Programm.

Die musikalische Gestaltung während der Messe übernahm der erst 19-jährige Organist und Chorleiter Dominik Giesen aus Bislich. Er hat gerade sein Abitur gemacht und beginnt nun mit dem Studium der Kirchenmusik in Köln. Bereits seit Mai probte er gemeinsam mit dem Chor die Stücke für den großen Festtag.

Früh morgens ging der Wein aus

Am Vorabend waren nach der Messe der Klostergarten und der Klosterwald mit Scheinwerfern und Kerzen ausgeleuchtet. Es wurde gegrillt, und in der Weinlaube gab es Wein und Bier. Rund 300 Gäste kamen. „Die Stimmung war großartig. Wir haben bis vier Uhr nachts gefeiert. Am Ende hatten wir keine einzige Flasche Wein mehr. Das ist uns noch nie passiert“, berichtete Daniel Hartmann, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates. „Am Ende saßen wir am Lagerfeuer und haben alte Heimatlieder gesungen“, ergänzte Torsten Lehmann, der das Fest per Keyboard und Akkordeon begleitete.

Kaffee und Kuchen gab es am Sonntag nach der Messe im Klostersaal. Auf die Kinder warteten Bewegungsspielzeuge aus Holz, wie Tischhockey, und eine Hüpfburg. Die Erwachsenen saßen auf Holzbänken beisammen, genossen das Fassbier, von Gemeindemitgliedern gemachte Salate und Gegrilltes. „An den Vorbereitungen für das Fest haben sich viele, von Jung bis Alt, beteiligt“, sagte Daniel Hartmann.

Pfadfinder-Erinnerungen

Den ehemaligen Mitgliedern der Pfadfinderschaft St. Georg, Stamm Marienthal, bot das Fest Gelegenheit für ein Wiedersehen. „Das ist wie ein Klassentreffen“, sagte Agnes Sondermann, ehemalige Pfadfinderin und Gruppenleiterin, die ihren Ehemann bei den „Pfadis“ kennenlernte. Heinz Ewig gründete 1971 die Pfadfindergruppe in Marienthal. Vier Jahre später übernahm Heinz Heßling die Leitung. Damals waren sie rund 60 Pfadfinder aus der Region. „Auch wenn die Pfadfinder ursprünglich katholisch sind, waren wir von Anfang an ökumenisch. Bei uns konnte jeder mitmachen“, sagte er. In seiner Uniform von damals kam er zum Fest: „Die passt heute immer noch.“

In den 90er Jahren löste sich die Pfadfindergruppe auf, weil es an engagierten Gruppenleitern mangelte. Auf dem Kirchplatz hatten die Pfadfinder eine schwarze Jurte, aufgestellt und darin Fotoalben von ihrer aktiven Zeit ausgelegt. Alte Pfadfinderlieder wurden gesungen. Mit einem Filmprojektor wurde der Film vom ersten Ferienlager 1974 gezeigt.

Märchen für Klein und Groß

Den Abschluss des Festprogramms bildete eine Märchenstunde in der Klosterkirche. Der Rezitator Carlo Steimel erzählte drei Märchen: „Des Kaisers neue Kleider“, „Sterntaler“ sowie „Peter und der Wolf“. Begleitet wurde er dabei von Peter Nowitzki an der Orgel. „Es ist eine Märchenstunde für Kinder und Erwachsene“, so Steimel. Bei Prokofieffs „Peter und der Wolf“ wurde jede Figur des Märchens wird von einer bestimmten Klangfarbe der Orgel dargestellt. „Die Orgel erzählt die Geschichte“, sagte Steimel.

Viele Familien fanden sich in der Kirche ein. Sie saßen auf dem Schoß der Eltern und lauschten gespannt Steimels Stimme. Bis in die Abendstunden hinein wurde anschließend noch weiter gefeiert.

Karolina Warkentin

 

 

 

 

 

Rheinische Post, Lokalteil Hamminkeln

Donnerstag, 9. Mai 2013

Stimmungsvoll: Evensong in Marienthals Klosterkirche

 

HAMMINKELN (age) Höchst beein-druckend war es, was der angehende Kirchenmusiker Dominik Giesen (18) beim Kirchenchor St. Mariä Himmelfahrt in Marienthal in nur einem halben Jahr an stimmlicher Weiterentwicklung, Fülle und Klang bewirkt hat. Dort gab es unter Mitwirkung von Johannes Fleu an der Orgel einen Choral Evensong, sprich: ein gesungenes Abendgebet.

Die Seele auspendeln zu lassen, in die ruhige Feierabendstimmung einzutreten, um sich nach einem turbulenten Tag wieder ins Gleichgewicht zu bringen, ist neben dem religiösen Aspekt die besondere Bedeutung eines Evensongs.

So sind die gesungenen Psalmen, Verse und Lieder sanftmütiger als vieles Andere innerhalb der Kirchenmusik.

Klangvoll und mild erhoben sich die Stimmen der Marienthaler Sänger, zu denen sich auch einige aus Bislich gesellt hatten, zum Psalm „How lovely are thy dwellings fair“, der durch seinen schönen Fluss und die Leuchtkraft der Melodieführung bereits einen Genuss darstellte.

 

Hin und wieder lösten sich aus dem Gesamtchor gute Ensemblestimmen.

Es zelebrierte Pater Martin, der den Marienthalern noch bestens in Erinnerung ist. Er lebte bis 2005 im Kloster. Bruder Manfred sang verschiedene Soloverse im Magnificat.

Geprägt von österlicher Freude steuerte der Chor nach Glaubensbekenntnis, Fürbitten und Vaterunser das Anthem „This joyful eastertide“ bei. Schöne hohe Soprane schwangen sich als Oberstimmen über den großen Chor.

Die derart angespornte bereits einen Genuss darstellte.Gemeinde, die die Kirche fast vollständig ausfüllte, ließ sich sanft vom Chor stützen beim Lied „Halleluja, lasst uns singen“.

Lob gilt auch der wohlklingenden Männerschola. Sie hinterließ einen hervorragenden Eindruck, sangen als Ausklang „Abide with me“.

Die Veranstaltung ließ hoffen, dass die traditionellen Vespern in Marienthal wieder einen festen Platz bekommen.

Johannes Fleu ist Eupen-Moresnet als Titularorganist. Er setzte mit Bachs Präludium Es-Dur BWV 552 und einem Stück des Komponisten Alexandre Guilmant „Fuge alla Händel“ festliche Akzente.

Hoffnung ist, dass die

traditionellen Vespern

in Marienthal wieder

einen festen

Platz bekommen

 

 

 

 

 

BBV – Lokalteil Hamminkeln 

Dienstag, 26.September 2006

Ausdrucksstarke Darbietung

 

HAMMINKELN – MARIENTHAL  Eine musikalische Reise durch die Jahrhunderte versprach das Festkonzert zum 750.Jubiläum des Klosters Marienthal – und versprach nicht zu viel. Unter der Leitung von Annika Hartmann sangen und spielten Ulrike Engel (Mezzosopran), Barbara Meuter (Oboe), der Kirchenchor sowie die Choralschola, die den konzertanten Abend mit „Flos Carmeli“ eröffnen sollte.

Neben den schönen Gesängen, die die Besucher in der voll besetzten Kirche durch die Jahrhunderte führten, ergänzten Sarah Holsteg und Joachim Sträter die feierliche Darbietung mit Texten von Augustinus bis hin zu Hanns Dieter Hüsch, jeweils passend zu wichtigen Momenten in der Geschichte des Klosters. Mit einem schön kolorierten „Sanctus“ und „Agnus Dei" von Hans Leo Hassler (1564 – 1612) stellte sich der Kirchenchor vor, um dann mit einem festlich erhabenen „Cantate Domino“ fort zu fahren. Solistisch traten Ulrike Engel und Annika Hartmann anrührend mit „Ihr Heiligen lobsingt dem Herrn“ von Heinrich Schütz (1585 – 1672) hervor. Und die Oboe, begleitet vom Klavier (Hartmann), zeigte kühle Eleganz bei der lupenreinen Aufführung von „Showpiece“, einem Stück der Komponistin Madeleine Dring (1923 – 1977). Das eingangs von der Choralschola dargebotene „Flos carmeli“ gab es in einer zweiten Version, die von der 1980 geborenen Anny Lawrence stammt. Für ihren sehr meditativen Gesang erhielten die sechs Männer der Choralschola zu Recht einen sehr herzlichen Applaus des Publikums. Sehr modern wiederum mit wellenartig daher kommenden Gesang ertönte der „Psalm 269“ von Peter Planyavsky (geboren 1947). Apart kontrastierten hier Männer- und Frauenstimmen.

Das Konzert verschmolz schon bald mit der Aura der kleinen Kirche zu einem strahlenden Ganzen, dadurch entstand eine ganz besondere Atmosphäre, die sich schnell auf die Zuhörer übertrug. Die bedankten sich später mit großem Applaus bei den Ausführenden für das ausdrucksstarke Konzert.

 

 

 

 

NRZ – 26.09.2006

Eine Reise durch die Klostergeschichte 
Konzert. Annika Hartmann und der Marienthaler Kirchenchor boten vor zahlreichen Besuchern eine beeindruckende Leistung.

 

HAMMINKELN.Es war eine Reise entlang der klostergeschichtlichen Meilensteine, auf die der Marienthaler Kirchenchor seine Zuhörer mitnahm: 750 Jahre Historie musikalisch interpretiert. Eine Herausforderung, die Chorleiterin Annika Hartmann exzellent meisterte. Wort, Musik und Chorgesang außergewöhnlich gut aufeinander abgestimmt und gespickt mit geschichtshistorischen Zahlen, Fakten und Hintergründen – das alles ergab eine brillante Mischung aus hochkarätiger Kirchenmusik und interessanten Einblicken ins Klosterleben einst und jetzt.

Besinnlich ruhiger Männergesang der Choralschola in lateinischer Sprache stimmte die zahlreichen Zuhörer auf einen Streifzug entlang der Marienthaler Klostergeschichte ein. Passend zur Epoche um 1256, das Jahr der Klostergründung, gab es zunächst dramatisch dunkle Töne, dann aufschreckend und schließlich immer harmonischer werdend. Annika Hartmann überzeugte nicht nur als Chorleiterin, sondern auch als Pianistin.

Stimmgewaltig, dennoch harmonisch und dezent: die Interpretationen des Marienthaler Kirchenchores. Die Sängerinnen und Sänger setzten an den richtigen Stellen Akzente, begeisterten mit exakt abgestimmten mehrstimmigem Chorgesang und fügten sich am Ende wieder gemeinsam in ein großes harmonisches Ganzes.

Am Anfang des Konzertes noch mit Worten des heiligen Augustinus in Latein, wählte Annika Hartmann für den Abschnitt der lange im Kloster lebenden Augustinermönche im 17. und 18. Jahrhundert erstmals die deutsche Sprache. Mit Ulrike Engel sang bot sie bei „Ihr Heiligen lobsingt dem Herrn“ von Schütz eine hervorragende Duettleistung. Stark auch Oboistin Barbara Meuter.

Nach einer Reise in die Zeit von Pfarrer Augustinus Winkelmann (1924 bis 1950 in der Marienthaler Gemeinde) und ins Jahr 1986, als die Karmeliter das klösterliche Leben hier wieder aufnahmen, setzte das vom Kirchenchor stimmgewaltig interpretierte „The Lord bless you and keep you“ von John Rutter den Schlusspunkt. Langer Applaus.

 

 

 

 

RHEINISCHE POST – Lokale Kultur – 26.09.2006

Kirchenchor Marienthal:

Musik zum Jubiläum

 

HAMMINKELN Tiefe Bässe, wie grollendes Ungewitter, erklangen Sonntag am Klavier in der Klosterkirche Marienthal. Zusammen mit der Kirchenakustik ergab sich ein geheimnisvoller, fesselnder Effekt, der zurückversetzte ins finsterste Mittelalter, die Zeit der Klostergründung um 1256. Mit dem Augustinus-Bekenntnis „Unruhig ist unser Herz, bis es ruht in dir“ glänzte Annika Hartmann als Pianistin. Bis 1806 lebten hier Augustinereremiten.

In Marienthal ist dieses Jahr eine Menge los. Zum 750-jährigen Jubiläum des Karmeliterklosters wollte auch der Kirchenchor seinen Beitrag leisten. Pater Peter wünschte zu Beginn eine schöne musikalische Reise durch die Jahrhunderte und bedankte sich am Schluss mit einem Blumenstrauß bei der Chorleiterin, beim Chor, der Schola und den Solisten. Zwischen den musikalischen Beiträgen wurden einzelne Anekdoten aus der Klostergeschichte von Sarah Holsteg und Joachim Sträter verlesen. Beispielsweise über das jährliche, opulente Gastmahl im Refektorium für die Klosterbauern bei der Abgabe des Pachtzinses. Oder über ein Treffen von Minister, Fahrer und Pfarrer am Mittagstisch des geistlichen Kunstförderers Augustinus Winkelmann im 20.Jahrhundert.

Die Konzertleitung hatte Annika Hartmann. Die Kirchenmusikerin mit C-Examen hatte einige Stücke ausgewählt, die sich wohltuend von alten Schätzchen gängiger Kirchenchormusik abhoben. Wie der moderne Chorpsalm 269 von Peter Planyavsky, eine „Addition“ der Psalmen 148 und 121, mit ungewohnten Akkorden und schwungvollen Lobet-Rufen im Ostinato. Sehr gut kam auch das deutsch-lateinische Credo aus der Mainzer Messe (Gabriel) an. Wirkungsvoll war der erste Auftritt der stimmlich beeindruckenden neuen Choralschola mit zwei Beiträgen aus „Flos Carmeli“, Verflechtung von Gregorianik und Moderne.

Die Schola gab in den A-capella-Chorsätzen ein stabiles Gerüst ab unter den sich erhebenden Frauenstimmen. Sehr schön gelang dem 28-köpfigen Chor das „Bleib bei uns“ (Rheinberger). Da strahlte und lebte die Musik. Auch im „Cantate Domino“ aus dem 17.Jahrhundert (Pitoni) gelang froher Ausdruck. Im Duett mit Ulrike Engel (Mezzosopran) sang Annika Hartmann mit zartem Sopran: „Ich will den Herren loben allezeit“. Beide sind in Marienthal auch als Duo „Musik-Engel“ bekannt. Die 14 kirchenmusikalischen Titel ergänzte mit seiner schwerelosen Melodie und amüsanten, wechselnden Rhythmen das moderne Stück „Showpiece“: Barbara Meuter entlockte ihrer Oboe da wundervolle Töne.  Die Zuhörer in der vollbesetzten Kirche spendeten am Schluss herzlichen Beifall.

 

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